Behandlungsfehler

Wir haben jahrzehntelange Erfahrung in der Beratung und Vertretung von geschädigten Patienten und gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen. Die Befürchtung, berechtigte Ansprüche gegen einen Arzt oder ein Krankenhaus nicht durchsetzen zu können, ist unbegründet.

Bei einem Verdacht auf einen ärztlichen Behandlungsfehler sollten Sie jedoch so früh wie möglich den Rat eines spezialisierten Anwalts einholen, weil Sie ansonsten Gefahr laufen, durch eine fehlerhafte Vorgehensweise die Durchsetzung von Schadensersatz- und Schmerzensgeldansprüchen zu vereiteln. Nur der Fachmann weiß, ob und wann eine gerichtliche Beweissicherung, eine Strafanzeige, ein Privatgutachten, Verhandlungen mit einer Haftpflichtversicherung, ein Verfahren vor einer ärztlichen Schlichtungsstelle oder eine Klage vor dem Zivilgericht sinnvoll ist.

Medizinische Behandlungsfehler können nur in Zusammenarbeit von Ärzten und Juristen aufgeklärt werden. Deshalb arbeiten wir mit erfahrenen Fachmedizinern zusammen. Durch diese Teamarbeit sind wir auch in der Lage, ein für den Mandanten negatives Gutachten z. B. eines Gerichtssachverständigen zu prüfen und gegebenenfalls zu widerlegen.

Auch die Berechnung von Personenschäden setzt Spezialwissen voraus. Begriffe wie Haushaltsführungsschaden, Rentenschaden, kapitalisierte Abfindung oder Rentenzahlung, Indexierung, Anrechnung von Drittleistungen, Sicherung von Drittansprüchen sind selbst Rechtsanwälten oft nicht bekannt. Hier besteht die Gefahr, dass Sie viel Geld verlieren.

Gerade bei schwerstgeschädigten Patienten, z.B. nach Geburtsschäden oder bei schwersten Gehirnschädigungen, steht eine Vielzahl von möglichen Schadenspositionen im Raum, die fachkundig geprüft und verfolgt werden müssen.

Unsere Vorgehensweise

Nach einer ausführlichen Erstberatung tragen wir die Behandlungsunterlagen der beschuldigten Ärzte und der Vor- und Nachbehandler zusammen. Häufig beklagen Patienten oder Krankenversicherungen die Schwierigkeit, Einsicht in die ärztliche Dokumentation zu bekommen. Dieser Anspruch ist gesetzlich verankert und bereitet dem versierten Anwalt keine Probleme, während die Geschädigten oft mit einzelnen Arztbriefen »abgespeist« werden. Sind die Unterlagen nach unserer und Ihrer Durchsicht vollständig, so erfolgt im Anschluss eine fachärztliche Überprüfung des Falles. Hierzu kann bei gesetzlich versicherten Patienten auf den medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) zurückgegriffen werden. Für privat krankenversicherte Patienten stehen uns eigene fachärztliche Berater zur Verfügung. Diese können auch ergänzend bei gesetzlich versicherten Patienten in Anspruch genommen werden.

Sollten Sie vor unserer Mandatierung bereits ein negatives Gutachten z.B. des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) erhalten haben, so zeigt unsere Erfahrung, dass sich eine nochmalige fachärztliche Überprüfung durchaus lohnen kann. Trotz negativer Erstgutachten ist es uns in vielen Fällen gelungen, noch beträchtliche Schadenersatzzahlungen für unsere Mandanten zu erzielen.

Sollten die Gutachter einen Behandlungsfehler bestätigen, so werden wir Ihre Schadensersatzansprüche bei der Gegenseite bzw. der zuständigen Haftpflichtversicherung anmelden. In sehr vielen Fällen erreichen wir außergerichtliche Einigungen. Gelingt dies nicht, so setzen wir Ihre berechtigten Ansprüche vor Gericht durch.

Privates Sachverständigengutachten

Wir raten Ihnen von der Einholung eines offiziellen Privatgutachtens ohne vorherige anwaltliche Beratung ab. Die Gutachten sind oft nicht erforderlich, sehr teuer und gehen an den entscheidenden juristischen Fragestellungen vorbei.

Strafanzeige gegen den Arzt

Eine Strafanzeige gegen einen Arzt ist nur scheinbar ein Erfolgsrezept. Nicht spezialisierte Rechtsanwälte raten häufig zu diesem Schritt. Tatsächlich ist die Strafanzeige - von wenigen Ausnahmen abgesehen - »der erste Kunstfehler des Rechtsanwalts im Kunstfehlerverfahren«. Diese Ausnahmen zu erkennen, ist Aufgabe eines versierten Arzthaftungsrechtlers.

Zusammenarbeit mit Krankenversicherungen

Wir arbeiten eng mit gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen zusammen, um im gemeinsamen Interesse die Frage zu klären, ob ein Behandlungsfehler zu einem Gesundheitsschaden geführt hat. Eine Krankenversicherung hat ebenso wie der Patient Ersatzansprüche. Die gesetzlichen Krankenversicherungen unterstützen den geschädigten Versicherten mit kostenlosen Gutachten des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK).

Einschaltung einer Schlichtungsstelle

Die Einschaltung einer Gutachter- bzw. Schlichtungsstelle der zuständigen Ärztekammer sollte wohl bedacht werden. Zum einen ist ein solches oft langjähriges Verfahren gar nicht in allen Fällen erforderlich, um zum Erfolg zu kommen. Zum anderen müssen die richtigen Vorwürfe gegen den oder die richtigen Beschuldigten erhoben werden. Ferner weisen einige Verfahrensordnungen für den Laien nicht erkennbare juristische Fallstricke auf. Deshalb sollte ein versierter Arzthaftungsrechtler den Fall vorab umfassend geprüft haben und im Verfahren flankierend zur Seite stehen.

Umgang mit Gutachtern

Um Fehler bei einer Untersuchung oder Befragung durch einen Gutachter zu vermeiden, haben wir Ihnen hier einige Tipps zusammengestellt: Verhalten beim Gutachter (PDF 123KB)

Umgang mit dem beschuldigten Arzt

Oft besteht bei geschädigten Patienten das Bedürfnis, nochmals ein Gespräch mit dem beschuldigten Arzt zu suchen. Dieses Bedürfnis ist durchaus verständlich, die Erwartungen werden jedoch meist enttäuscht. Zudem birgt ein solches Gespräch die Gefahr, dass die ärztliche Dokumentation zur Abwehr möglicher Schadensersatzansprüche nach einem solchen Gespräch geändert wird. Insofern raten wir hiervon ab. Sollten Sie dennoch das Gespräch mit dem Arzt suchen wollen, so sollten Sie sich lediglich die Geschehnisse erklären lassen und keine Vorwürfe erheben. Nehmen Sie einen Zeugen mit und dokumentieren Sie im Anschluss den Inhalt des Gesprächs.